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Zusammenfassender Bericht von Waltraud Jäger

Wie alle anderen Schulen startet auch die Trainingsschule in Brasov im September in ein neues Arbeitsjahr, damit Kinder aus bedürftigen Familien die Chance auf eine gute Schulbildung bekommen. Paul Militaru, der Leiter des Projekts, ist gespannt, was auf ihn zukommt.

Im letzten Jahr im November stand er vor einer für ihn völlig neuen Herausforderung. Eine christliche Frau fragte an, ob er einem mehrfach körperlich behinderten Mädchen, ihrer Enkelin, Unterricht erteilen könnte. Ohne zu zögern stimmte er zu, weil er den inneren Eindruck hatte, dass er das tun sollte, obwohl er sich fragte, ob er der Situation gewachsen sein würde. Maria, so heißt das Mädchen, kann ihre Hände und Füße nicht gebrauchen und sie kann nur mit Mühe sprechen, doch sie ist intelligent und kann lernen. Wenn ihre Mutter sie brachte, trugen sie einige der anderen Kinder in ihrem Rollstuhl ins Haus. Paul unterrichtete sie manchmal allein, doch ihr gefiel der gemeinsame Unterricht mit den anderen Kindern besser. Diesem zu folgen war für sie schwierig und anstrengend, doch sie merkte sich vieles und sie bekam von Paul schriftliche Unterlagen über die Lektionen. Maria ist nicht gläubig und kommt nicht aus einem christlichen Elternhaus, doch ihr gefiel das gemeinsame Gebet. Ihre Eltern waren vom Projekt der Trainingsschule sehr beeindruckt, auch von der Art, wie die anderen Kinder mit ihrer Tochter umgingen. Paul war von Anfang an sicher, dass Gott das Mädchen geschickt hatte und dass Er einen guten Plan hat.

Zu Weihnachten gab es für die Kinder wieder eine sehr schöne Feier. Pauls Frau Ligia hatte wie in früheren Jahren einen Imbiss und Geschenke vorbereitet. Paul las und erklärte die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel, alle beteten gemeinsam und sangen Weihnachtslieder. Maria und ihre ebenfalls anwesende Mutter genossen die gesegnete Zeit.  

Die folgenden Monate waren noch sehr arbeitsreich, um die Kinder für die landesweite Aufnahmeprüfung ans Gymnasium fit zu machen. Viele hatten am Anfang beträchtliche Wissenslücken. Auch für Ligia gab es laufend viel zu tun: das Schulmaterial vorzubereiten, Essen zu richten, Fahrdienste usw.

Die Aufnahmeprüfung für das Gymnasium im Juni war in diesem Jahr schwieriger als im Vorjahr. Obwohl die Anforderungen höher waren, schafften alle Schüler und Schülerinnen der Trainingsschule ein gutes Ergebnis, zwischen 8 und 9 von 10. Nur Maria bekam 6,80, was für sie und ihre Möglichkeiten ein großer Erfolg ist! Ihre Eltern waren überglücklich, denn sie hätten nicht gedacht, dass ihre Tochter überhaupt eine Chance hätte, die Prüfung zu bestehen. Maria hat in der Zeit in der Trainingsschule auch beten und viele christliche Lieder gelernt und wird diese Gemeinschaft nie vergessen.

Paul, Ligia, die Kinder und ihre Eltern sind über die guten Ergebnisse sehr glücklich. Es ist sehr schön zu erleben, dass sich die Mühe und Anstrengung gelohnt hat. An erster Stelle geben sie Gott die Ehre! ER hat Segen und Gelingen geschenkt und Kraft durchzuhalten. Natürlich sind Paul und Ligia ermutigt, auch in diesem Schuljahr ihr Bestes zu geben und das Projekt fortzuführen, damit Kinder aus bedürftigen Familien im nächsten Jahr die Aufnahmeprüfung ins Gymnasium schaffen.

Finanzielle Unterstützung für die Trainingsschule ist natürlich auch sehr wichtig, ebenso steht die Verteilung von Schulmaterial an bedürftige Familien im September wieder an. Wenn Sie mithelfen möchten, vermerken sie bitte „Trainingsschule“, vielen Dank.