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Offiziell existiert die Krankheit Lepra weder in der Ukraine noch in Russland. Tatsächlich gibt es jedoch allein in Russland ca.1000 Leprakranke, die in 8 verschiedenen Kolonien leben. Diese befinden sich weit außerhalb der Städte, die Menschen leben völlig isoliert von der übrigen Bevölkerung. Einsamkeit ist das größte Problem für die Leprakranken. Wenn sich jemand von ihnen in den nächsten Ort begibt, um z. B. eine Kirche zu besuchen, werden sie mit der Bemerkung weggewiesen, unrein zu sein.

Im Februar 2010 kam unser Mitarbeiter Jozsef Danko in der Ukraine in Kontakt mit dem reformierten Pfarrer Leonard Hankovics, der seit 8 Jahren unter den Leprakranken als Seelsorger tätig ist. Leonard wohnt mit seiner Familie in der Stadt Svaljava, ca. 70-80 km von Beregowo entfernt. Um sich selbst ein Bild von der Situation zu machen, fuhr Jozsef mit Leonard zur Leprakolonie in der Nähe von Odessa. Diese wird „Ukrainski Leprosi“ genannt und befindet sich ca. 85 km von Odessa und 10 km vom Dorf Kuchurhan entfernt. Dort leben knapp 40 Leprakranke aus 12 verschiedenen Nationalitäten, hauptsächlich aus der ehemaligen Sowjetunion, einige weitere leben im Dorf außerhalb des Lagers. Es kommen aber auch Kranke aus der ganzen Ukraine und aus Russisch-Moldawien über die Grenze, um hier gegen die Krankheit behandelt zu werden. Weil es laut den Behörden keine Leprakranken gibt (es soll Syphilis sein), ist es für die Betroffenen sehr schwierig, medizinische Hilfe und Medikamente zu erhalten. Diese kommen aus der Schweiz und müssen inoffiziell zu den Leprakranken gebracht werden, was über die ungarische Lepra-Mission abgewickelt wird. 

Leonard leitet die geistliche Arbeit in der Lepra-Kolonie und hilft den Kranken auch mit Lebensmitteln, Medikamenten und Bibeln. Durch seinen Dienst sind in den Kolonien christliche Gemeinden entstanden. Leonard versucht, auch die anderen Leprakolonien regelmäßig zu besuchen, was jedes Mal eine Reise von ca. 4000 km bedeutet, die 2-3 Monate lang dauert. In den letzten zweieinhalb Jahren hat Jozsef Leonard öfter begleitet, auch der freiwillige Mitarbeiter Peter aus Beregowo reiste mehrmals mit. Er wurde von den Leprakranken gleich ins Herz geschlossen, weil er ein herzlicher junger Mann ist. Die Leute sind sehr einsam und unglaublich dankbar, wenn sie jemand besucht. Sie haben weniger das Bedürfnis nach materiellen Dingen, sondern nach Freundschaft. Vor allem brauchen sie einen Menschen, der ihnen das Wort Gottes mit auf den Weg gibt, mit ihnen redet, betet und sie liebt, so wie sie sind.

Koljas Heimgang

Ein Mann namens Kolja hatte innere Lepra und wäre beinahe gestorben, bevor Leonard, Jozsef und Peter ihn in der Leprakolonie besuchten. Als er aus dem Koma erwachte, erzählte er, dass ihm ein Engel erschienen sei, der ihm erklärt habe, dass er nicht dort bleiben könne, weil er noch nicht für diesen Ort bereit sei. Kolja war früher ein überzeugter Kommunist und empfing lange Zeit keine Christen, wenn sie ihn besuchen wollten. Nachdem Leonard und Jozsef mit Kolja gesprochen und ihm vom Evangelium erzählt hatten, nahm er Jesus als seinen Erretter an. Dies geschah an einem Donnerstag. Am darauffolgenden Montag starb Kolja, er durfte in die ewige Heimat einziehen.  

Die Leprakranken sind für die Gottesdienste, die Leonard hält, sehr dankbar. Sie freuen sich, gemeinsam mit den Besuchern Gottes Wort zu hören, und empfinden es als eine besondere Ehre, am Abendmahl teilnehmen zu dürfen. 

Ursprünglich übte Leonard diesen Dienst im Auftrag der reformierten Kirche seines Heimatortes aus, wo er auch als Pfarrer eingesetzt war. Doch die Kirche kann ihn nicht mehr beschäftigen und Geld für die Arbeit unter den Leprakranken ist auch keines mehr da. Leonard und seine Frau, die Lehrerin ist, kümmern sich auch um andere Bedürftige und Behinderte.

Wenn Sie mithelfen möchten, den Dienst an den Leprakranken zu unterstützen, dann vermerken Sie „Leonard“, auch regelmäßige Unterstützung ist sehr willkommen, vielen Dank.